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Süddeutsche Zeitung v. 12. 6. 2002:


Private Investoren wollen Schulen sanieren

Dresdner Bank-Tochter bezeichnet Mietmodell als mögliches neues Geschäftsfeld

Von Markus Brügge

Düsseldorf – Leasing, das verbinden die meisten wohl eher mit einem Auto: Man zahlt eine monatliche Rate und nach einer bestimmten Zeit gehört einem der Wagen oder man hat zumindest eine Kaufoption.

Doch Leasing ist nicht nur eine Lösung für klamme Privatleute – auch die Kämmerer der Städte und Gemeinden in Nordrhein- Westfalen sehen darin eine neue Möglichkeit, ihre notorisch leeren Kassen zu entlasten. Denn seit Innenminister Fritz Behrens die frei verfügbare Schulpauschale eingeführt hat, die auch für Miete und Leasing verwendet werden darf, könnten marode Schulgebäude bald schon mit Hilfe der Banken auf Vordermann gebracht werden. So bezeichnete der Vorstandssprecher der Disko Leasing GmbH, Karl-Heinz Helfrich, die Pauschale als „eine Chance, die es zu nutzen gilt“. Die Dresdner Bank-Tochter benannte das Schulleasing auf ihrer gestrigen Jahrespressekonferenz als mögliches neues Geschäftsfeld.

Das Modell ist einfach: Anstatt die Schulbauten selbst zu sanieren, geben die Städte die Nutzungsrechte für einen längerfristigen Zeitraum an einen privaten Investor ab. Dieser sorgt für die Instandsetzung, die Stadt mietet anschließend die Schule für die Laufzeit des Vertrages zurück. In der thüringischen Stadt Gera wird dieses Verfahren bereits erfolgreich erprobt.

Doch in NRW will man noch weiter gehen: Im Finanzministerium denkt man bereits darüber nach, ob nicht auch das komplette Gebäudemanagement bis hin zur Besetzung der Hausmeisterstelle von Privaten übernommen werden könnte. Die Disko Leasing GmbH sieht auch im Bereich der Schulneubauten und der Unterrichtsausstattung, etwa mit Computern, ein interessantes Investitionsfeld. Mit Blick auf die Ergebnisse der Bildungsstudie Pisa heißt es im Bericht der GmbH: „Zu neuen Unterrichtsformen gehören instand gesetzte Schulen.“


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