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1. Schulentwicklungsgesetz: Gravierende Eingriffe in die Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte der Lehrerschaft Schulentwicklungsgesetz
Es fällt weg:
Der Wegfall der Mitbestimmung und Mitwirkung in gravierenden Bereichen hat restriktive, untransparente und kaum nachvollziehbare Maßnahmen für die Beschäftigten zur Folge, die sich demotivierend und leistungshemmend auswirken werden.
Der VBE wird alle Möglichkeiten nutzen, um die vorgesehenen Eingriffe in Mitbestimmung und Mitwirkung zu Fall zu bringen.
(...)Bei bisher durchgeführten Veranstaltungen war festzustellen, dass auf Schulleiterseite der Wunsch sehr, sehr groß ist, an dem Modellvorhaben teilzunehmen bzw. auf Dauer mehr Eigenständigkeit, Kompetenzen und Freiheiten zu erhalten und zu (Schul-)Managern zu werden. Lehrer/innen waren zu den Veranstaltungen so gut wie nicht eingeladen, sodass ein Meinungsbild noch zu erstellen ist. Für den VBE-Landesverband ist zu prüfen, wie und wo er sich positionieren will und muss. Sicherlich ist es angeraten, offen zu sein für Diskussion und Mitgestaltung. Abzuwarten ist, wie das zwingend erforderliche "neue Schulgesetz" aussehen wird, das die Ministerin für diesen Sommer avisiert hat, und ob man es schafft, durch sinnvolle Weiterentwicklung des inhaltlichen, organisatorischen und formalen Rechtsrahmens die Intention "Selbstständige Schule" im Gesamtsystem abzusichern. Schule wird sich grundlegend ändern, aber auch Schulaufsicht und Schulverwaltung müssen sich im Rahmen dieses Prozesses wandeln. Unabdingbar sind eine ständige interne und externe Evaluation (möglicherweise erwächst hier ein neues Aufgabenfeld für Schulaufsicht - von der direkten Einflussnahme zu einer Evaluationsinstanz). Schulen dürfen in keinem Fall dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden. Unabdingbar ist und bleibt die Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse. Dabei wird es einerseits vermehrt Konkurrenz zwischen den einzelnen Schulen geben, da jede Schule versuchen wird, ihr Angebot auf dem Bildungsmarkt abnehmerfreundlich zu präsentieren und sich auf Dauer durchzusetzen, andererseits sind Kooperation und Vernetzung gefragt sowohl in Fragen der äußeren Schulangelegenheiten (z. B. Schülerzuweisung, Übergänge, eventuell Ablehnung von Schülern etc.) als auch in inhaltlichen Fragen (z. B. lokale oder regionale Abstimmung der Angebotsstrukturen). Gerade an dieser Schnittstelle gibt es Anlass zur Sorge. Es ist nämlich zu befürchten, dass sich Ungleichheit und soziale Desintegration verstärken und damit die Selektivität des Bildungssystems weiter erhöht. Werden Schulen in sozialen Brennpunkten abgehängt, bilden sich in einkommensstarken Einzugsgebieten "Eliteschulen". Folgende Fragen schließen sich an: Wird die Integration Behinderter oder von Migranten schwieriger, weil sie kostenintensiv ist? Entwickelt sich ein Bildungsgefälle von städtischen zu ländlichen Gebieten? Wird die Schule in der Gunst der Eltern ganz oben rangieren, die den höchsten Werbeetat zur Verfügung hat oder die besten Noten und Abschlüsse verspricht? Fraglich ist auch, ob Lehrerräte von jetzt auf gleich Personalräte ersetzen können, ob die Interessen der Kolleginnen und Kollegen bei dienstlichen Belangen und Problemen ebenso effektiv vertreten werden, zumal im Modellvorhaben den Schulen die Möglichkeit eröffnet wird, Regelungen über die Zusammensetzung, die Aufgaben und die Verfahrensweisen der Beteiligung der Mitwirkungsgremien zu treffen. Zwar dementiert das Ministerium im Augenblick jegliche Absicht, mit diesem Projekt eine Schulstrukturdebatte zu verbinden, doch wer will ernsthaft in Zweifel ziehen, dass konsequenterweise nach kurzer Zeit die kleinen Systeme, also viele unserer Grundschulen, auf den Prüfstand kommen werden, ob denn auch bei dieser Größe alle Aufgaben effektiv zu bewältigen sind, oder ob man nicht doch an den Verbund mehrerer kleinerer Einheiten denken muss (in Gymnasien und Gesamtschulen ist häufig die der Schulleitung zur Seite stehende Steuergruppe zahlenmäßig ebenso groß wie manch ein Grundschulkollegium insgesamt). Allen an "Selbstständiger Schule" Beteiligten wird eine Menge abverlangt werden bis hin zum radikalen Umdenken in vielen Bereichen. Auf keinen Fall aber darf sie zur Spielwiese für Profilneurotiker oder Sparpolitiker werden. |