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Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), 7. 11. 2001

KOMMENTAR
NRW plant die Einführung von Studienkonten

Also doch Gebühren

Von Christopher Onkelbach

Was sich seit Jahren schleichend ankündigte, soll nun wahr werden: Studiengebühren in NRW. Wer sein Studienkonto überzieht, muss zahlen. Zwar fällt nicht, wie in Baden-Württemberg, nach in der Regel 14 Semestern der Gebührenhammer. Doch spätestens nach der doppelten Regelstudienzeit - also 16 bis 20 Semester - soll auch in NRW der Student bezahlen.

Noch vor wenigen Tagen hatten die Uni-Rektoren mit dem Vorschlag für Erregung gesorgt, jeder Hochschule die Einführung von Studiengebühren frei zu stellen. Dieser Idee erteilte Behler eine klare Absage: in NRW verboten! Studiengebühren schrecken ab, und zwar gerade jene, die es besonders zu umwerben gilt: junge Menschen aus einkommensschwächeren Schichten. Das Erststudium bleibt also gottlob gebührenfrei.

Wer aber zu lange braucht und sein Studienkonto überzieht oder ein zweites Studium anhängen will, wird ab 2004 zur Kasse gebeten.

Das Modell könnte zwar die Studienzeiten drücken, doch setzt es einseitig bei den Studierenden an. Den Hochschulen wird wenig Anreiz geboten, ihr Angebot zu verbessern. So sind nicht immer die bummeligen Studenten Schuld, wenn sich das Studium in die Länge zieht. Fehlende Laborplätze, leergeräumte Bibliotheken, überfüllte Seminare - all dies trägt zu einer langen Studienzeit bei. Nicht zu reden von dem für viele unverzichtbaren Nebenjob.

Zwar erhalten die Unis nach der Zahl ihrer Studenten und Absolventen zusätzliche Mittel. Doch sind Fächer zu attraktiv und damit überlastet, lenkt die ZVS die Studenten an einen anderen Ort. Wieso also sollten sich die Unis über die Maßen ins Zeug legen?

Das Manko des Studienkonten-Modells ist, dass es hauptsächlich die Studierenden in die Pflicht nimmt. Die Hochschulen werden nur unter den Druck gesetzt, ihre Studenten möglichst innerhalb der Regelstudienzeit durchzuschleusen. Ob das der Qualität der Lehre dient, ist zweifelhaft.


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